Probiotika

  Probiotika gehören zur physiologischen Mikroflora des Menschen und haben sich in experimentellen und klinischen Studien als wirksame Immunmodulatoren erwiesen.Der Einsatz von mikrobiellen Präparaten und Autovakzinen ist vor allem als zusätzliche Maßnahme zu begreifen.

Die Definition der FAO und WHO für Probiotika lautet: "Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die, wenn sie in adäquater Menge verabreicht werden, einen gesundheitlichen Nutzen für den Wirt haben."

Vor 100 Jahren stellte Ilja Metschnikow die Hypothese auf, dass der Austausch von Fäulnisbakterien unserer Darmflora gegen Säuerungsbakterien aus fermentierten Milchprodukten lebensverlängernd wirken soll. Diese Hypothese geriet nach der Entwicklung der Antibiotika zunächst in Vergessenheit und wurde erst wiederentdeckt, als sich mit zunehmenden Resistenzen gegen Antibiotika wachsende Probleme zeigten und sich ein Teufelskreis abzeichnete.

Oft werden Starterkulturen zur Joghurtbereitung als Probiotika ausgegeben, die zwar für die Herstellung eines schmackhaften Produktes unerlässlich sind, aber von einer probiotischen Wirkung weit entfernt sind. In Deutschland sind mehrere Präparate und Nahrungsergänzungsmittel mit lebenden Mikroorganismen auf dem Markt.Wenn eine Erkrankung zu behandeln ist, sind ausschließlich Probiotika-Arzneimittel anzuwenden.Zur begleitenden Therapie sind Probiotika in diätetischen Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln mit bestätigter Wirksamkeit geeignet. Alle anderen Lebensmittel mit Probiotikazusätzen sind als gesundheitsfördernde Nahrungsmittel zu betrachten.

Welcher gesundheitliche Nutzen kann mit Probiotika erzielt werden?  

Am besten belegt sind die prophylaktischen und therapeutischen Effekte von Probiotika bei Darmerkrankungen wie Durchfall, Verstopfung, Reizdarm und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, bei chronisch-rezidivierenden Harnwegsinfekten, bei Allergien und allen Erkrankungen, bei denen eine Modulation der Immunabwehr sinnvoll ist, wie Krebserkrankungen.